Faszinierend.

Als studentische Hilfskraft an einem Uni-Institut habe ich zum ersten Mal eine Blasfolienextrusion erlebt. Ausgangsstoff ist ein Kunststoff-Granulat. Es wird im Extruder aufgeschmolzen und mit einem Druck von bis zu 500 bar durch eine Ringdüse gepresst. Dabei einsteht ein Folienschlauch, der bis zu einer Höhe von rund 18 Metern aufgeblasen wird. Hinter der Flachlegung wird der Schlauch zu zwei Folienbahnen geschnitten und dann aufgewickelt. Die Blasfolienextrusion ist ein lebendiger Prozess – total faszinierend.

Willkommen bei den Sch‘tis!

Studiert habe ich Maschinenbau mit Fachrichtung Kunststofftechnik. Meine Mutter ist Französin, in Bonn war ich auf einem zweisprachigen Gymnasium. Während des Studiums habe ich allerdings kaum noch Französisch gesprochen und viel verlernt. Doch dann bekam ich die Chance, bei RKW Remy in Saultain mein Fachpraktikum zu machen. Saultain liegt in Nordfrankreich, dort, wo die Menschen „Ch´timi“ sprechen. Anfangs war der Kontakt mit den Maschinenführern schwierig. Aber nach zwei Monaten war ich „warmgequasselt“: Die Zusammenarbeit hat dann sehr gut funktioniert; ich habe bis heute Kontakt zu den französischen Kollegen. Es kam an, dass ich mich bemüht habe, alles ordentlich zu machen und locker zu kommunizieren. Die Atmosphäre in Remy war fast schon familiär. Jetzt, in Petersaurach, ist das ähnlich.

Von Technik bis Jura

Mein Praktikum dauerte ein halbes Jahr, danach habe ich in Saultain gleich noch meine Diplomarbeit geschrieben. Mein Thema war der Einsatz von Produktionsabfällen in Kaschierfolien für Lebensmittelverpackungen. Dieses Thema hatte viele Aspekte, von der Produktqualität bis zu rechtlichen Fragen. In Versuchsreihen habe ich die Verarbeitungsqualität und Eignung für den Lebensmittelkontakt untersucht, sowie die mechanischen und optischen Eigenschaften der recycelten Folie. Die Rückverfolgbarkeit ist bei der Verpackung genauso wichtig wie beim Lebensmittel selbst. Man muss feststellen können, woher das Granulat stammt, das für jede einzelne Folienverpackung verwendet wurde. Das zieht sich durch die gesamte Wertschöpfungskette.

Das Beste aus beiden Welten

Als ich meine Diplomarbeit im Prüfungsamt abgegeben hatte und gerade die Uni verließ, klingelte mein Telefon: RKW bot mir den Einstieg als Trainee mit erster Station am Standort Petersaurach an. Ich kannte den Standort und auch meinen jetzigen Mentor schon von den Versuchsreihen für meine Diplomarbeit. Ich habe nicht lange überlegt und zugesagt, weil ich bei RKW das Beste aus beiden Welten habe: ein Familienunternehmen und einen Global Player. Hier habe ich alle Möglichkeiten, auch international, bekomme früh Verantwortung und bin nicht nur ein Rädchen im Getriebe. Ich sehe mich jetzt schon als Teil der „Familie RKW“.
Ich habe Lust, Erfahrungen zu sammeln, neue Materialien zu testen, an der Anlage zu stehen, gemeinsam mit Kollegen weiter zu kommen. Mein Mentor begegnet mir immer auf Augenhöhe und nimmt sich Zeit, mir vieles zu erklären. Ich brauche keinen Termin, ich kann immer zu ihm kommen. Respekt bedeutet für mich: Die Fähigkeiten zu schätzen, die ich als Mitarbeiter mitbringe. Mir zu vertrauen, mir eigene Aufgaben zu übertragen. Im Dezember 2014 endet mein Traineeprogramm; danach werde ich fest übernommen im Bereich Research & Development.

Mein erstes Produkt …

Während der Traineezeit habe ich schon Seminare in Patentrecht und über Siegelmedien besucht; im Dezember 2014 nehme ich an einer Konferenz zum Thema Kunststoffe im Lebensmittelkontakt teil. Mein erstes Produkt wurde in das interne Prüfverfahren eingereicht. Es ist eine Folie zur klebstofffreien Kaschierung in Anwendungen zur Lebensmittelverpackung. Der Verzicht auf Klebstoff bringt einen Zeitvorteil beim Kunden und spart Kosten.