Tooooooor!

Germanistik habe ich studiert, weil ich Miroslav Klose so toll fand. Während der WM 2006 lief im chinesischen Fernsehen viel über Deutschland. Mir hatte das alles gut gefallen. Aber die Sprache ist nur ein Tool, ein Instrument. Ich wollte nicht Deutschlehrerin werden, sondern Fachwissen sammeln. Deshalb bin ich nach dem Germanistikstudium nach Deutschland gegangen, nur mit einem Koffer und einem Rucksack. Da war ich 21. Mannheim war meine Traum-Uni. Mitten in Deutschland, mit mildem Klima, in einem Barockschloss – und mit der höchsten Platzierung im Ranking.

Kant und Konfuzius.

Ich habe BWL, Germanistik und Philosophie belegt. Das Philosophiestudium hat mir geholfen, meine deutschen Freunde besser zu verstehen. Die asiatische Kultur ist kollektivistisch. Konfuzius sagt, dass der Respekt sehr wichtig ist. Hier in Deutschland ist es eher individualistisch. Der Deutsche fragt sich: „Bin ich glücklich?“ Der Chinese denkt: „Wenn du glücklich bist, bin ich auch glücklich.“
Sechs Jahre lang habe ich alleine in Deutschland gelebt. An Geburtstagen war es schwer: Nie war meine Familie an meiner Seite. Im Juni 2014 habe ich als General Trainee bei RKW im Headquarter angefangen. Im August war mein Geburtstag. Als ich an diesem Tag ins Büro kam, hatte meine Chefin Kuchen gebacken und Muffins. Die Muffins waren noch warm … Ich bekam Blumen, ein Geschenk, alle haben mich in den Arm genommen. Es war ein wunderschöner Tag, ich fühlte mich wie in einer Familie. Wir sprechen viel miteinander, kochen sogar mittags zusammen. Alle versuchen, einander zu helfen und einander zu verbessern.

Einmal China und zurück.

Für RKW hatte ich mich entschieden, weil es ein Familienunternehmen ist, kein DAX-Konzern. Gleichzeitig ist RKW sehr innovativ; wir stellen eine Vielzahl an Produkten für verschiedenste Anwendungsbereiche her. Meine Abschlussarbeit habe ich zum Thema Innovationsmanagement in einem Chemiekonzern geschrieben. Als General Trainee lerne ich nun zwei Jahre lang verschiedene Abteilungen kennen, Marketing, Sales, Research & Development …

RKW legt viel Wert darauf, dass die Trainees herausfinden, was ihnen Spaß macht und wie sie sich gleichzeitig weiterentwickeln können. Ich kann Bereiche und auch Standorte auswählen, die mich besonders interessieren. Mindestens ein halbes Jahr werde ich im Ausland verbringen, voraussichtlich in China. Die USA fände ich auch interessant.

Überrascht mich!

Ich hoffe, dass ich bald mehr Verantwortung übernehmen kann und immer wieder neue Herausforderungen habe. Ich mag Veränderung und Abwechslung. Und es macht mir Spaß, zu erfahren, wie andere die Welt sehen. Deshalb arbeite ich auch gerne im Bereich Marketing und Kommunikation, denn hier arbeiten wir mit unseren Kollegen rund um den Globus zusammen.

Ich möchte nicht die nächsten zehn Jahre nur in China oder nur im deutschen Headquarter arbeiten. Vielleicht plant RKW ja mal eine Neugründung in Kanada ;-) Auch privat suche ich neue Herausforderungen. Ich habe schon viel ausprobiert, Canyoning, Rafting, Bungee-Jumping, Fallschirmspringen … Was ich mir vornehme, ziehe ich auch durch. Es ist wichtig, positiv zu denken. Ich sage mir: Egal, was passiert – ich schaffe das.