Zähne bohren? Unterrichten? Oder …

Früher dachte ich mal, ich werde Zahnärztin. Oder ich studiere Englisch auf Lehramt. Die Mutter von einer Freundin hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass RKW eine Ausbildung zur Industriemechanikerin anbietet. Darauf hatte ich überhaupt keine Lust. Vorher hatte ich ein Praktikum bei einem Mechatroniker gemacht, das war nichts für mich. Dann habe ich ein Praktikum bei RKW gemacht. Als ich zum ersten Mal den Extruder gesehen habe, stand ich nur da und dachte: Boooaaah! Das ist eine 26 Meter hohe Anlage. Auch heute finde ich sie immer noch voll faszinierend.

Ich habe mich schnell für die Ausbildung bei RKW entschieden. Jetzt arbeite ich im Bereich Betriebstechnik und Instandhaltung. Wir warten die Extrusionsanlagen. Klasse ist, dass ich am Ende jedes Tages sehe, was ich geschafft habe. Ich habe jede Menge Abwechslung, von Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten bis hin zur Reinigung der einzelnen Komponenten einer hochmodernen Extrusionsanlage. Mir gefällt auch, dass ich Köpfchen und Geduld brauche, zum Beispiel, wenn ich ein präzises Teil anfertige mit Toleranzen im Bereich von plus/minus einem Zehntelmillimeter.

Meine Freundinnen waren baff.

Am Standort Petersaurach bin ich die erste weibliche Auszubildende in Industriemechanik. Ich bin stolz, weil RKW mich unter vielen Bewerbern ausgewählt hat. Ich komme in unserem Team gut klar. Bei sehr schweren Teilen packt schon mal ein Kollege mit an. Aber ich werde weder bevorzugt noch diskriminiert. Meine Freundinnen haben eher Berufe wie Verkäuferin oder Krankenschwester gewählt. Sie waren erstmal baff. Aber heute finden sie meine Entscheidung cool.

Opas Traum.

Respekt bedeutet für mich nicht nur Anerkennung von Leistung, sondern vor allem: andere nicht auszugrenzen – wegen ihrer Hautfarbe, ihrer Sexualität oder ihrer Berufswahl. Das gilt für alle, auch für Eltern, Lehrer, Arbeitgeber: Wer Respekt verlangt, muss auch Respekt zeigen. Respekt, das ist Geben und Nehmen. Den größten Respekt habe ich vor meinem Opa. Der hat sich damals als Malermeister seine eigene Firma aufgebaut. Er hat seinen Traum verwirklicht.

In ein paar Jahren Meisterin?

Im ersten Lehrjahr hatte ich die überbetriebliche Ausbildung in Nürnberg. Jeden Morgen musste ich um 4 Uhr 30 aufstehen und war dann zwölf Stunden unterwegs. Ich bin froh, dass ich jetzt in der betrieblichen Ausbildung bei RKW bin. Nicht nur, weil ich jetzt mehr Freizeit habe für Freunde, Familie, Kino und Fußball. Der Zusammenhalt hier ist klasse. Jeder ist für jeden da.

Ich weiß noch nicht, ob ich nach der Ausbildung weiter arbeite oder nochmal zur Schule gehe. Auch dann würde ich bei RKW bleiben wollen und mich weiterbilden, zum Beispiel zur Technikerin oder Meisterin.