„Null Granulatverlust“-Initiative zur Reduzierung der Meeresverschmutzung durch Kunststoffmüll

Menschen auf der ganzen Welt schaden der marinen Umwelt durch die Verursachung von Abfall, der ins Meer gelangt. Das Gros dieser Abfälle sind Gebrauchtgegenstände, nur ein geringer Teil besteht aus Kunststoffgranulaten.

Null Granulatverlust“ bezeichnet verschiedene Projekte und Maßnahmen der Kunststoffindustrie weltweit, die das Ziel haben, den Verlust von Granulaten entlang der Wertschöpfungskette zu minimieren und damit der Verschmutzung der Weltmeere und Küsten mit Kunststoffabfällen entgegenzutreten.

Der Verband PlasticsEurope und die deutsche Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. (IK) haben im August 2013 gemeinsam entsprechende Aktivitäten unter dem Namen „Null Granulatverlust“ gestartet.

RKW hat sich dieser Initiative angeschlossen und kooperiert auch mit anderen Unternehmen und Verbänden. RKWs Ziel ist es, sowohl in den eigenen Werken als auch bei Partnern und Kunden branchenweit das Bewusstsein zu schärfen und dafür zu sorgen, dass Granulat, Pulver und Flocken nicht im Müll oder im Abwasser landen.

Häufig gestellte Fragen

  • Wer oder was verbirgt sich hinter dem Namen „Null Granulatverlust“?

    „Null Granulatverlust“ bezeichnet verschiedene Projekte und Maßnahmen der Kunststoffindustrie weltweit, die das Ziel haben, den Verlust von Granulaten entlang der Wertschöpfungskette zu minimieren und damit der Verschmutzung der Weltmeere und Küsten mit Kunststoffabfällen entgegenzutreten. Der Verband PlasticsEurope und die deutsche Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. (IK) haben im August 2013 gemeinsam entsprechende Aktivitäten unter dem Namen „Null Granulatverlust“ gestartet. 

    RKW hat sich dieser Initiative angeschlossen und kooperiert auch mit anderen Unternehmen und Verbänden. RKWs Ziel ist es, sowohl in den eigenen Werken als auch bei Partnern und Kunden branchenweit das Bewusstsein zu schärfen und dafür zu sorgen, dass Granulat, Pulver und Flocken nicht im Müll oder im Abwasser landen.

  • Was ist der Hintergrund dieser Initiative?

    Menschen auf der ganzen Welt schaden der marinen Umwelt durch die Verursachung von Abfall, der ins Meer gelangt. Ein Teil der Abfälle besteht aus Kunststoffresten. Wie das Wissenschaftsmagazin Science 2015 berichtete, gelangen zwischen vier und zwölf Millionen Tonnen Kunststoffmüll im Jahr in die Ozeane. Viele Tiere, so z.B. Eissturmvögel, verhungern in großer Zahl, weil sie den Kunststoffmüll mit Nahrung verwechseln.

    Das Gros dieser Abfälle sind Gebrauchtgegenstände, die aufgrund unachtsamen Verbraucherverhaltens oder infrastruktureller Mängel in den Meeren landen. Nur ein geringer Teil besteht aus Kunststoffgranulaten. Obwohl der Verlust von Kunststoffen in den Werken und auf den Werksgeländen minimal ist, können Granulate prinzipiell während der verschiedenen Prozessschritte Produktion, Vertrieb, Lagerung, Transport und Weiterverarbeitung in die Umwelt gelangen. In allen Bereichen der Wertschöpfungskette tragen Unternehmen die Verantwortung, mit effizienten und ressourcenschonenden Produktionsabläufen zu einer ökologisch nachhaltigen Wirtschaftsweise beizutragen.

  • Was sind Kunststoffgranulate?

    Granulate, auch „Pellets“ genannt, sind kleine, vorgeformte Körper, die häufig als Beschickungsmaterial beim Spritzgießen und Extrudieren eingesetzt werden.

  • Wie hängen „Null Granulatverlust“ und „Operation Clean Sweep“ zusammen?

    Das Projekt „Null Granulatverlust“ ist Teil der globalen Initiative „Operation Clean Sweep“, die auf die US-amerikanische Society of the Plastics Industry (SPI) und die 2011 von PlasticsEurope und dem American Chemistry Council (ACC) verabschiedeten „Declaration for Solutions on Marine Litter“ zurückgeht. Die „Null Granulatverlust“-Initiative verfolgt dieselben Ziele wie Operation Clean Sweep und benutzt lediglich gelegentlich eine andere Terminologie.

  • Welche Ziele verfolgt RKW in diesem Zusammenhang?

    Die RKW-Gruppe trägt als ein führender Hersteller von Folienlösungen Verantwortung für eine lebenswerte Zukunft und verfolgt daher eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie. Zu den von der Unternehmensgruppe getroffenen Maßnahmen zählen die „Null Granulatverlust“-Initiative genauso wie der Einsatz alternativer Materialien wie FPO® (gefüllte Polyolefine) und verschiedener Biokunststoffe oder die Verringerung der Foliendicke (Downgauging). Außerdem setzt RKW recyceltes Material ein. Jeder RKW-Standort hat seine eigenen Recyclinganlagen, wo nahezu alle unvermeidlichen Abfälle aus der Produktion in hochwertige Regranulate verarbeitet werden.

    Die „Null Granulatverlust“-Initiative verfolgt das Ziel, den Granulatverlust an allen RKW-Standorten auf null zu reduzieren, indem sämtliche Kunststoffgranulate dem Recycling zugeführt und wiederverwendet werden. Damit trägt RKW zu einer sauberen Umwelt bei.

    Da Kunststoffgranulat auf dem Boden der Produktionshallen auch eine Rutschgefahr darstellt, verbessert „Null Granulatverlust“ die Arbeitssicherheit. Darüber hinaus bedeutet verlorenes Kunststoffgranulat immer auch einen Wertverlust. Wenn das Granulat wiederverwertet wird anstatt in den Müll zu wandern, erhöht sich die Materialausbeute. Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Erfolg ergänzen sich somit.

  • Wie setzt RKW die „Null Granulatverlust“-Initiative um?

    RKW hat an 20 Produktionsstandorten einen Kulturwandel angestoßen, der die Mitarbeiter für das Thema sensibilisiert. Zu den Maßnahmen zählen regelmäßige Schulungen, gut lesbare Hinweisschilder in den Produktionsstätten und geordnet bereitgestellte Reinigungswerkzeuge. Zu Beginn des Projekts 2014 hat RKW an allen Standorten eine Untersuchung durchgeführt und geprüft, an welchen Stellen Granulatverluste auftreten und in welchen Mengen. Die Verluste wurden über Filteranlagen überwacht und verglichen.

  • Musste RKW bestimmte Maßnahmen ergreifen, um diesem Projekt beizutreten?

    Um der Initiative „Null Granulatverlust“ beizutreten, musste RKW an allen teilnehmenden Produktionsstätten (20 Werke weltweit) interne Audits durchführen, um festzustellen, an welchen Stellen Granulate in die Umwelt gelangen können – beispielsweise bei der Befüllung von Silos oder der Reinigung von Rohren. Anschließend erstellte RKW einen Plan mit technischen und organisatorischen Maßnahmen, mit denen sich diese Schwachstellen beheben lassen. Darüber erteilte RKW 2015 eine Selbstauskunft an die IK und wurde zertifiziert. Die Umsetzung der Maßnahmen sowie deren Effektivität kontrolliert RKW in regelmäßigen Abständen und optimiert diese ständig.

  • Was hat sich für die RKW-Gruppe durch diese Initiative verändert?

    Seit Beginn der Initiative prüft RKW seine Werke regelmäßig auf potentielle Lecks, durch die Granulat verloren gehen kann, und repariert betroffene Maschinen, Silos, Füllsysteme oder Rohre. Um solche Lecks schneller zu erkennen, sorgt RKW für eine regelmäßige Reinigung. Weiterhin brachte RKW in seinen Werken Reinigungsgeräte an und richtete zusätzliche Entsorgungsstellen ein, so dass Mitarbeiter Granulat, das auf den Boden gelangt ist, direkt entsorgen können.

    Falls möglich, nutzt RKW das Granulat direkt wieder. Ist eine direkte Wiederverwendung nicht möglich, führt RKW dies nicht dem normalen Restmüll zu, sondern stellt sicher, dass es recycelt wird. RKW misst zudem durchgängig den Granulatverlust an allen Standorten, um diesen weiter zu verringern. Durch den Einbau von Sieben in alle Schachtdeckel auf den Werksgeländen verhindert RKW, dass Granulate vom Werksgelände in die Umwelt gelangen.

    Eine große Rolle kommt auch der Sensibilisierung der Mitarbeiter zu: In Informationsveranstaltungen informierte das Unternehmen die Mitarbeiter an allen Werken über die Initiative und RKWs Maßnahmen. Zum Start der Initiative führte RKW Veranstaltungen wie „Teamwork Cleanings“ durch, bei denen die Teams Gelände und Produktionsanlagen von losem Granulat reinigten.

  • Wird RKW seitens PlasticsEurope kontrolliert?

    RKW hat dem IK (Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V.) eine Selbstauskunft erteilt und den Verband über die getroffenen Maßnahmen informiert. Die teilnehmenden Unternehmen sind verpflichtet, regelmäßige Audits durchzuführen.

  • Welche Wirkungen zeigt die „Null Granulatverlust“-Initiative?

    Die von RKW im Zusammenhang mit der „Null Granulatverlust“-Initiative durchgeführten Maßnahmen tragen wesentlich dazu bei, den Verlust von Kunststoffgranulat zu vermeiden. Das bedeutet weniger Leckagen und Undichtigkeiten. Verschmutztes Granulat wird nicht in den normalen Restmüll entsorgt, sondern unmittelbar für die Wiederaufbereitung gesammelt, um nachgelagerte Umweltbelastungen zu vermeiden.

    Die Werke von RKW sind sicherer und sauberer – und der Verlust von Kunststoffgranulaten in die Umwelt drastisch reduziert. An einigen Standorten hat RKW den Granulatverlust im Jahr 2015 gegenüber 2014 halbiert.